Turteltaube fotografieren

Die Turteltaube gehört mit ihrem warm gefärbten Gefieder, dem markanten roten Augenring und der auffälligen schwarz-weißen Halszeichnung zu den schönsten Wildtauben Europas. In trockenen Landschaften ist sie dennoch erstaunlich gut getarnt und wird häufig zuerst durch ihren weit tragenden Ruf entdeckt.

Meine Aufnahmen entstanden an einer kleinen Wasserstelle in einer offenen Steppenlandschaft. Besonders im Hochsommer kommen Turteltauben am frühen Morgen zur Tränke. Meist bleiben sie nur wenige Sekunden: Sie landen, prüfen aufmerksam die Umgebung, trinken kurz und fliegen wieder davon.

Gerade diese kurzen und ruhigen Begegnungen machen die Turteltaube zu einem interessanten Motiv für die Naturfotografie.

Die Turteltaube kurz vorgestellt

Die Turteltaube (Streptopelia turtur) ist eine schlanke, vergleichsweise kleine Taubenart. Sie ist ein Zugvogel und hält sich in Europa vor allem während der Brutzeit und in den Sommermonaten auf. Den Winter verbringt sie in Afrika südlich der Sahara.

  • rosagraue Brust und warme braune Flügelzeichnung
  • auffällige schwarz-weiße Streifen an den Halsseiten
  • markanter roter Augenring
  • charakteristischer, weit tragender Ruf
  • häufig auf kleinen Bäumen, Büschen oder anderen erhöhten Warten zu sehen

Lebensraum und Beobachtung

Turteltauben bevorzugen warme, offene und strukturreiche Landschaften. Dazu gehören trockene Agrarflächen, lichte Gehölze, Hecken, Buschlandschaften, Feldränder und kleine Baumgruppen. Wichtig ist eine Mischung aus offenen Nahrungsflächen, geschützten Brutplätzen und erreichbaren Wasserstellen.

Ich habe die Art bisher vor allem in trockenen Landschaften beobachtet, häufig mit einer Wasserstelle in der näheren Umgebung. Besonders während der heißen Sommermonate fällt auf, wie wichtig solche Plätze für die Vögel sind.

Oft sitzt die Turteltaube auf einer erhöhten Warte und überblickt von dort die Umgebung. Kleine Bäume, hohe Büsche oder freistehende Äste werden regelmäßig genutzt. Ihr Ruf ist schon aus größerer Entfernung zu hören und kann dabei helfen, den ungefähren Aufenthaltsort zu bestimmen.

  • trockene Felder und offene Agrarlandschaften
  • lichte Gehölze und kleine Baumgruppen
  • Hecken, Büsche und strukturreiche Feldränder
  • Stoppelflächen und offene Bodenstellen
  • Wasserstellen in heißen und trockenen Regionen

Turteltauben an Wasserstellen

Wasserstellen bieten besonders im Hochsommer gute Möglichkeiten, Turteltauben zu beobachten. Häufig kommen die Vögel am frühen Morgen zur Tränke, wenn die Umgebung noch ruhig und das Licht angenehm weich ist.

Der Aufenthalt ist meist sehr kurz. Die Turteltaube landet häufig etwas abseits vom Wasser, läuft einige Schritte und beobachtet aufmerksam die Umgebung. Erst wenn sie sich sicher fühlt, geht sie an das Wasser und beginnt zu trinken.

Das eigentliche Trinken dauert oft nur wenige Sekunden. Anschließend fliegt die Turteltaube meist direkt wieder ab. Für Fotografen bedeutet das, dass die Kamera bereits vorbereitet sein sollte, bevor der Vogel erscheint.

Verhalten der Turteltaube

Während der Brutzeit lassen sich Turteltauben häufig paarweise beobachten. Außerhalb dieser Zeit können sie sich auch zu größeren Gruppen zusammenschließen, besonders an ergiebigen Nahrungsflächen, auf abgeernteten Feldern oder an Wasserstellen.

Obwohl Turteltauben ruhig wirken können, reagieren sie aufmerksam auf Veränderungen in ihrer Umgebung. An Wasserstellen bleiben sie oft nur kurz und fliegen bei einer Störung schnell wieder ab.

Auch auf einer Sitzwarte können sie längere Zeit ruhig bleiben. Wenn sie jedoch den Standort wechseln oder zur Nahrungssuche starten, geschieht dies meist sehr schnell.

Nahrung der Turteltaube

Die Turteltaube ernährt sich überwiegend von Samen. Dazu gehören Samen verschiedener Wildkräuter und Kulturpflanzen sowie liegen gebliebene Getreidekörner auf Feldern und Stoppelflächen.

Besonders wichtig sind abwechslungsreiche Landschaften mit natürlichen Bodenstellen, Wildkräutern und extensiv genutzten Flächen. Dort findet die Turteltaube ein vielfältigeres Nahrungsangebot als in stark vereinheitlichten Agrarlandschaften.

Bei der Nahrungssuche können sich mehrere Turteltauben gemeinsam auf geeigneten Flächen aufhalten. Dabei bleiben sie meist wachsam und fliegen bei Gefahr schnell auf.

Beste Zeit, um die Turteltaube zu fotografieren

Da die Turteltaube ein Zugvogel ist, lässt sie sich in Europa vor allem vom Frühjahr bis zum Spätsommer beobachten. Besonders gute fotografische Möglichkeiten ergeben sich während der warmen Sommermonate, wenn die Vögel regelmäßig Wasserstellen aufsuchen.

  • Früher Morgen: ruhige Bedingungen, weiches Licht und regelmäßige Besuche an Wasserstellen
  • Später Nachmittag: warmes Licht und gute Chancen auf Vögel an Sitzwarten
  • Bewölkte Tage: gleichmäßiges Licht und weniger harte Kontraste im Gefieder

Am frühen Morgen kommen die warmen Braun-, Grau- und Rosatöne des Gefieders besonders schön zur Geltung. Gleichzeitig bleibt die weiße Halszeichnung leichter erhalten, ohne zu überstrahlen.

Fototipps aus der Praxis

Für die Fotografie an einer Wasserstelle ist eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Da die Turteltaube häufig nur wenige Sekunden bleibt, sollten Bildausschnitt, Fokusfeld und Belichtung bereits vor ihrer Ankunft eingestellt sein.

Es lohnt sich, die Kamera auf den Bereich auszurichten, an dem die Vögel regelmäßig landen oder trinken. So bleibt genügend Zeit, um sich auf die Haltung, die Blickrichtung und den entscheidenden Moment zu konzentrieren.

  • Teleobjektiv für einen ausreichenden und störungsfreien Abstand
  • kurze Belichtungszeit für schnelle Bewegungen und plötzliche Abflüge
  • Fokus auf Auge und Kopfbereich
  • helle Halszeichnung bei der Belichtung berücksichtigen
  • ruhigen Hintergrund und niedrige Kameraposition wählen
  • bereits vor der Ankunft des Vogels vollständig vorbereitet sein

Bei ruhigen Porträts ist die Belichtung meist unkompliziert. Aufmerksamkeit benötigen vor allem die hellen Partien der Halszeichnung, die bei starkem Sonnenlicht schnell überstrahlen können.

Für ein harmonisches Bild ist ein tiefer Aufnahmewinkel besonders wirkungsvoll. Dadurch befindet sich die Kamera näher auf Augenhöhe mit dem Vogel und der Hintergrund wirkt ruhiger.

Die besten Vogelfotos entstehen lange vor dem Auslösen

Gerade bei kurzen Begegnungen an einer Wasserstelle entscheidet die Vorbereitung darüber, ob ein Bild gelingt. Licht, Hintergrund, Kameraposition und das Verhalten der Vögel sollten möglichst schon vor der eigentlichen Aufnahme berücksichtigt werden.

In meinem Blogartikel Die besten Vogelfotos entstehen lange vor dem Auslösen erfährst du, warum Planung und Beobachtung in der Vogelfotografie oft wichtiger sind als der Moment des Auslösens selbst.

Gefährdung und Schutz

Die Turteltaube ist in vielen Regionen ihres Verbreitungsgebietes deutlich seltener geworden. Zu den wichtigsten Ursachen zählen der Verlust strukturreicher Lebensräume, der Rückgang natürlicher Nahrungsflächen und Veränderungen in der Landwirtschaft.

Auch die Jagd entlang ihrer Zugwege spielt eine Rolle. In Spanien wird die Bejagung regional unterschiedlich geregelt.

Für den Schutz der Art sind abwechslungsreiche Agrarlandschaften mit Wildkräutern, Hecken, Brachflächen, Gehölzen und sicheren Wasserstellen besonders wichtig.

Hinweis zur Naturfotografie

Turteltauben reagieren sensibel auf Störungen. Besonders an Brutplätzen und Wasserstellen sollte deshalb immer ausreichend Abstand gehalten werden.

Gute Naturfotografie entsteht durch Geduld, Vorbereitung und ein Verständnis für das Verhalten der Tiere. Der Vogel sollte seinen natürlichen Ablauf jederzeit fortsetzen können, ohne durch die Anwesenheit des Fotografen beeinflusst zu werden.

Beobachtungen lassen sich in der freien Natur nie garantieren. Genau das macht jede Begegnung besonders und sorgt dafür, dass auch kurze Momente lange in Erinnerung bleiben.

Weitere Vogelarten offener Landschaften

In trockenen und offenen Landschaften lassen sich neben der Turteltaube viele weitere interessante Vogelarten beobachten und fotografieren.

Auf meinen Artenseiten findest du unter anderem Informationen über das Spießflughuhn, den Triel und die Zwergtrappe.

Eine Übersicht über weitere Arten findest du auf meiner Seite Vogelarten fotografieren.

Geführte Fotoreisen in Spanien

Auf meinen geführten Fotoreisen in Spanien stehen intensive Naturbeobachtungen, sorgfältig ausgewählte Fotoplätze und respektvolle Naturfotografie im Mittelpunkt.

Die Turteltaube kann in geeigneten Lebensräumen gelegentlich als zusätzliche Art beobachtet werden. Eine Sichtung lässt sich jedoch nicht planen oder garantieren.

👉🏻 Hier findest du meine Fotoreisen und Termine in Spanien

Schreib mir gerne unverbindlich, ich berate dich persönlich zu passenden Reisen und Terminen.

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