Temminckstrandläufer fotografieren

Der Temminckstrandläufer (Calidris temminckii) gehört zu den kleinsten Limikolen und ist in Spanien ein seltener, aber regelmäßiger Gast. Vor allem während des Vogelzugs kann man ihm an geeigneten Feuchtgebieten begegnen. Zwischen anderen kleinen Strandläufern fällt er durch seine kompakte Erscheinung, den kurzen Schnabel und die gelblich bis gelbgrünlich gefärbten Beine auf.

Besonders im Frühjahr lohnt es sich, an flachen Uferzonen genauer hinzusehen. Auch im spanischen Binnenland kann der Temminckstrandläufer während des Zuges an Lagunen und anderen Feuchtgebieten auftauchen. Dort sucht er häufig unmittelbar an der Wasserkante nach Nahrung und kann dabei zusammen mit verschiedenen anderen Limikolen beobachtet werden.

Für mich gehört eine Begegnung mit dieser kleinen Art immer zu den besonderen Beobachtungen. Durch seine geringe Größe und sein eher unauffälliges Erscheinungsbild kann der Temminckstrandläufer leicht übersehen werden – umso spannender ist es, wenn er plötzlich zwischen den anderen Limikolen an der Uferkante auftaucht und sich aus niedriger Perspektive fotografieren lässt.

Temminckstrandläufer an einer Lagune in Spanien

Temminckstrandläufer in Spanien

Der Temminckstrandläufer ist in Spanien ein seltener, aber regelmäßiger Gast. Vor allem während des Vogelzugs besteht die Möglichkeit, die Art an geeigneten Feuchtgebieten zu entdecken. Der Frühjahrszug über die Iberische Halbinsel erstreckt sich ungefähr von Mitte März bis Ende Mai, während der Herbstzug bereits Mitte Juli beginnen und bis Ende Oktober reichen kann.

Auch im Winter können einzelne Temminckstrandläufer in Spanien verbleiben. Die wichtigsten Überwinterungsgebiete der Art liegen jedoch weiter südlich und östlich, unter anderem im tropischen Afrika und in Südasien. Spanien liegt damit vor allem auf dem Zugweg zwischen den weit nördlich gelegenen Brutgebieten und den südlichen Überwinterungsgebieten.

Auch im spanischen Binnenland habe ich Temminckstrandläufer während des Vogelzugs beobachtet. Dabei waren es meist einzelne Vögel oder nur wenige, weit voneinander entfernt stehende Individuen. Zwischen anderen Limikolen können die kleinen Vögel leicht übersehen werden, weshalb es sich besonders an flachen Uferzonen lohnt, genauer hinzusehen.

Temminckstrandläufer vor heller Wasserfläche in Spanien

Ein winziger Limikole

Der Temminckstrandläufer gehört zu den kleinsten Limikolen, die sich in Spanien beobachten lassen. Seine geringe Körpergröße kann die Entdeckung zwischen anderen Watvögeln erschweren. Gleichzeitig wirkt er durch seinen relativ kompakten Körper manchmal fast rundlich, besonders wenn das Gefieder etwas aufgeplustert ist.

Temminckstrandläufer mit gelblichen Beinen im flachen Wasser

Typisch sind der kurze, überwiegend dunkle Schnabel und die relativ kurzen Beine, die gelblich bis gelbgrünlich wirken können. Die Oberseite ist je nach Alter und Jahreszeit unterschiedlich gefärbt. Im Winter wirkt das Gefieder insgesamt grauer und unauffälliger, während im Brutkleid wärmere Braun- und Beigetöne sowie eine deutlichere Zeichnung hervortreten können.

Während des Frühjahrszugs können in Spanien auch Vögel beobachtet werden, deren Gefieder bereits deutliche Veränderungen in Richtung Brutkleid zeigt. Die stärker strukturierte Oberseite mit dunkleren Federzentren und wärmeren bräunlichen Partien unterscheidet sich dann vom gleichmäßigeren Erscheinungsbild des Schlichtkleides.

Temminckstrandläufer oder Zwergstrandläufer?

Auf den ersten Blick kann der Temminckstrandläufer mit dem ebenfalls sehr kleinen Zwergstrandläufer verwechselt werden. Beide Arten gehören zu den kleinsten Limikolen, die während des Vogelzugs in Spanien zu beobachten sind, und können an ähnlichen flachen Uferbereichen nach Nahrung suchen.

Bei genauerem Hinsehen gibt es jedoch einige gute Unterscheidungsmerkmale. Besonders hilfreich ist die Beinfarbe: Während der Zwergstrandläufer dunkle bis schwarze Beine besitzt, sind die Beine des Temminckstrandläufers meist gelblich bis gelbgrünlich. Auch das insgesamt etwas gedecktere Erscheinungsbild und weitere Details der Gefiederzeichnung können bei der Bestimmung helfen.

Temminckstrandläufer läuft durch das flache Wasser

Bei einer meiner Beobachtungen hielten sich beide Arten im selben Feuchtgebiet auf. Dadurch ließen sich die Unterschiede besonders schön beobachten, vor allem die Beinfarbe und der unterschiedliche Gesamteindruck der beiden kleinen Limikolen.

Nahrungssuche an der Uferkante

Temminckstrandläufer suchen ihre Nahrung häufig in sehr flachem Wasser und an schlammigen Uferbereichen. Dabei bewegen sie sich entlang der Wasserkante und nehmen kleine Beutetiere von der Oberfläche oder aus dem feuchten Untergrund auf.

Temminckstrandläufer bei der Nahrungssuche an einer Lagune

Im Binnenland besteht die Nahrung vor allem aus Insekten und deren Larven, darunter Käfer und Fliegen. In Küstengebieten gehören außerdem Würmer, kleine Krebstiere und Weichtiere zum Nahrungsspektrum.

Bei meinen Beobachtungen konnte ich die Art ebenfalls bei der Nahrungssuche unmittelbar an der Uferkante beobachten. Gerade für die Fotografie sind solche Situationen interessant, weil der kleine Vogel ständig in Bewegung ist und sich dabei immer wieder unterschiedliche Perspektiven ergeben.

Allein zwischen anderen Limikolen

Temminckstrandläufer müssen nicht in größeren artgleichen Trupps auftreten. Gerade während des Vogelzugs werden häufig einzelne Vögel beobachtet. Auch meine bisherigen Begegnungen waren überwiegend Einzelvögel oder wenige weit voneinander entfernt stehende Temminckstrandläufer.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sie völlig isoliert unterwegs sein müssen. An geeigneten Rastplätzen können gleichzeitig zahlreiche andere Limikolen Nahrung suchen. Bei einer meiner Beobachtungen lief der Temminckstrandläufer nicht in einer geschlossenen Gruppe, sondern war Teil einer locker verteilten Ansammlung verschiedener Watvögel.

Temminckstrandläufer fotografieren

Die geringe Körpergröße ist für mich eine der größten fotografischen Herausforderungen bei dieser Art. Selbst mit einer langen Brennweite bleibt ein Temminckstrandläufer schnell sehr klein im Bild. Eine aktive Annäherung ist dabei selten die beste Lösung. Bei meiner Begegnung war ich bereits vor dem Auftauchen des Vogels verborgen und konnte warten, bis er selbst an meiner Position vorbeikam.

Besonders wichtig ist eine sehr niedrige Perspektive. Bei einem so kleinen Vogel bedeutet Augenhöhe tatsächlich, die Kamera unmittelbar über dem Boden beziehungsweise der Wasseroberfläche zu positionieren. Dadurch verändert sich nicht nur die Perspektive auf den Vogel. Vorder- und Hintergrund können stärker verschwimmen und der winzige Limikole hebt sich deutlicher von seiner Umgebung ab.

Da Temminckstrandläufer bei der Nahrungssuche schnell an der Uferkante entlanglaufen können, arbeite ich bei solchen Situationen mit einer ausreichend kurzen Verschlusszeit, kontinuierlichem Autofokus beziehungsweise Augenerkennung und Serienaufnahme. Gerade bei einem frontal oder diagonal laufenden Vogel verändert sich die Körperhaltung innerhalb weniger Schritte deutlich.

Helle Gefiederpartien richtig belichten

Die helle Unterseite kann bei starkem Licht schnell einen großen Kontrast zur dunkleren Zeichnung der Oberseite bilden. Deshalb achte ich darauf, die hellen Gefiederpartien nicht ausbrennen zu lassen. Gleichzeitig sollen in den dunkleren Federn noch ausreichend Strukturen erhalten bleiben.

Am frühen Morgen ist das Licht häufig noch weich und gleichmäßig. Gerade bei einem so kleinen Vogel kann das von Vorteil sein, weil sich feine Strukturen im Gefieder gut herausarbeiten lassen und starke Kontraste zwischen der hellen Unterseite und den dunkleren Gefiederpartien vermieden werden.

Brutgebiete weit im Norden

Die Brutgebiete des Temminckstrandläufers liegen in den nördlichen Regionen Europas und Asiens nahe der Arktis. Dort brütet die Art am Boden zwischen niedriger Vegetation oder auf offenen Flächen. Spanien gehört dagegen nicht zum regulären Brutgebiet.

Nach der Brut ziehen die Vögel wieder nach Süden. Ein Teil überwintert im Mittelmeerraum, der Großteil zieht jedoch weiter bis nach Afrika oder Südasien. Für die Beobachtung in Spanien sind deshalb insbesondere die Zugzeiten interessant.

Weitere kleine Limikolen fotografieren

Wer Temminckstrandläufer beobachtet, kann an denselben Feuchtgebieten auf zahlreiche weitere Limikolen treffen. Besonders interessant ist der Vergleich mit dem Zwergstrandläufer. Weitere Arten findest du auf meinen Seiten zum Alpenstrandläufer, Sichelstrandläufer, Sanderling, Kampfläufer und zum Flussuferläufer.

Einen Überblick über weitere Arten findest du außerdem in meiner Artenübersicht.

Vogelarten in Spanien – Ein Paradies für Naturfotografie

Spanien bietet mit seinen unterschiedlichen Landschaften und Feuchtgebieten zu jeder Jahreszeit spannende Möglichkeiten für die Natur- und Vogelfotografie. Gerade während des Vogelzugs können dabei auch Arten auftauchen, die man nur selten vor die Kamera bekommt.

Weitere Eindrücke und Erfahrungen findest du in meinem Blogbeitrag Vogelarten in Spanien – Ein Paradies für Naturfotografie.

Vogelfotografie in Spanien

Du möchtest weitere Möglichkeiten zur Vogel- und Naturfotografie kennenlernen? Einen Überblick über meine Angebote findest du auf der Seite Fotoreisen in Spanien.

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