Goldammer fotografieren

Die Goldammer (Emberiza citrinella) gehört zu den Singvögeln, die durch ihre Färbung schon auf größere Entfernung auffallen können. Besonders die Männchen zeigen während der Brutzeit ein kräftig gelbes Gefieder, während die braunen Zeichnungen auf Rücken und Flanken für einen schönen Kontrast sorgen. Typisch ist außerdem der kräftige, kegelförmige Schnabel, der bereits auf die wichtige Rolle von Samen in ihrer Ernährung hinweist.

Goldammer auf einem Baumstamm in Nordspanien

Aus Deutschland kenne ich die Goldammer schon seit meiner Kindheit und habe sie dort häufig in offenen Kulturlandschaften erlebt. In Spanien begegnet sie mir dagegen wesentlich seltener. Ihre Brutverbreitung konzentriert sich hier vor allem auf den Norden des Landes, wo sie geeignete offene und halboffene Landschaften findet.

Die Goldammer in Spanien

Spanien liegt am südwestlichen Rand des europäischen Verbreitungsgebietes der Goldammer. Während der Brutzeit konzentriert sich ihr Vorkommen auf den Norden der Iberischen Halbinsel. Dort besiedelt sie vor allem Landschaften, in denen offene Flächen mit Sträuchern, Hecken, einzelnen Bäumen oder lichten Waldbereichen zusammentreffen.

Im Winter verändert sich das Verbreitungsbild. Goldammern können dann etwas weiter südlich auftreten als während der Brutzeit, wobei der Schwerpunkt weiterhin im nördlichen Teil Spaniens liegt. Gleichzeitig kommen im Winter Vögel aus anderen Teilen Europas auf die Iberische Halbinsel.

Für mich gehört die Goldammer deshalb zu den Arten, die ich in Spanien wesentlich seltener fotografiere als viele andere Singvögel. Gerade in geeigneten Landschaften Nordspaniens lohnt es sich jedoch, auf ihren charakteristischen Ruf und auf kleine Vögel zu achten, die von niedrigen Sitzwarten aus offene Flächen beobachten.

Lebensraum zwischen Wiesen, Feldern und Gehölzen

Die Goldammer ist kein typischer Vogel geschlossener Wälder. Besonders interessant sind Übergangsbereiche zwischen offenen Landschaften und Gehölzen. Wiesen, Weiden und andere Graslandschaften mit Sträuchern, Hecken, Waldrändern oder lockerem Baumbestand bieten ihr sowohl Nahrung als auch geeignete Brutplätze.

Dadurch kann man Goldammern am Boden bei der Nahrungssuche beobachten, während Bäume, Sträucher, Steine oder andere erhöhte Strukturen als Sitz- und Singwarten dienen. Gerade diese abwechslungsreichen Landschaften bieten auch fotografisch viele Möglichkeiten, den Vogel nicht nur als Porträt, sondern zusammen mit seinem Lebensraum zu zeigen.

Goldammer auf einem flechtenbewachsenen Stein in einer Wiese

Merkmale der Goldammer

Besonders auffällig ist das adulte Männchen. Während der Brutzeit sind Kopf und Unterseite intensiv gelb gefärbt und von dunkleren Zeichnungselementen durchzogen. Rücken und Flügel zeigen verschiedene Braun- und Rosttöne. Auch der lange Schwanz mit seinen hellen äußeren Steuerfedern gehört zum charakteristischen Erscheinungsbild.

Goldammer im Seitenprofil mit gut sichtbaren Gefiedermerkmalen

Das Weibchen ist insgesamt unauffälliger und stärker braun gezeichnet. Gelbe Gefiederpartien sind ebenfalls vorhanden, fallen aber gewöhnlich weniger kräftig aus als beim Männchen. Auch junge Goldammern wirken zunächst deutlich unscheinbarer.

Außerhalb der Brutzeit können insbesondere die Männchen weniger leuchtend erscheinen. Im frischen Gefieder verdecken bräunliche Federsäume einen Teil der kräftigen gelben Zeichnung. Durch die zunehmende Abnutzung dieser Federsäume tritt die intensive Färbung im Verlauf des Winters und Frühjahrs wieder deutlicher hervor.

Goldammer oder Zaunammer?

Eine mögliche Verwechslungsart in Spanien ist die Zaunammer. Besonders bei weniger auffällig gefärbten Vögeln lohnt es sich, die Merkmale genauer zu betrachten. Adulte Männchen lassen sich dagegen meist gut unterscheiden.

Das Männchen der Goldammer besitzt einen überwiegend gelben Kopf mit dunkleren Zeichnungselementen und eine deutlich gelbe Unterseite. Beim Männchen der Zaunammer fällt dagegen die wesentlich kontrastreichere Kopfzeichnung mit markanten dunklen Streifen auf. Auch die Färbung von Brust und Unterseite unterscheidet sich deutlich.

Bei Weibchen und Jungvögeln kann die Bestimmung anspruchsvoller sein. Hier sollte man nicht nur auf einzelne Farben achten, sondern Kopfzeichnung, Körpergefieder, Schnabel und das gesamte Erscheinungsbild miteinander vergleichen.

Nahrung der Goldammer

Samen spielen bei der Goldammer eine wichtige Rolle. Besonders außerhalb der Brutzeit sucht sie häufig am Boden nach Samen unterschiedlicher Gräser und anderer Pflanzen. Landwirtschaftlich geprägte Flächen können ebenfalls geeignete Nahrungsgebiete bieten.

Während der Brutzeit gewinnen Insekten und andere kleine Wirbellose an Bedeutung. Vor allem die Jungvögel benötigen eiweißreiche tierische Nahrung und werden von den Altvögeln mit kleinen Wirbellosen versorgt.

Bei der Nahrungssuche beobachte ich Goldammern häufig in einer relativ niedrigen und teilweise fast geduckt wirkenden Körperhaltung. Sie können längere Zeit mit der Aufnahme von Samen beschäftigt sein und wechseln anschließend schnell wieder ihren Standort.

Vom Brutrevier zum Wintertrupp

Die Goldammer ist kein klassischer Langstreckenzieher wie viele andere Singvögel. Die Brutvögel der Iberischen Halbinsel gelten grundsätzlich als Standvögel, können bei ungünstigen Bedingungen jedoch Ausweich- und Streubewegungen unternehmen.

Zwei Goldammern auf Holzstämmen

Außerhalb der Brutzeit verändert sich auch ihr Sozialverhalten. Goldammern können sich dann zu unterschiedlich großen Nahrungstrupps zusammenschließen und gemeinsam mit anderen Ammern und Finken geeignete Nahrungsflächen nutzen. Im Winter treffen auf der Iberischen Halbinsel außerdem Goldammern aus anderen Teilen Europas ein.

Während der Brutzeit treten die Vögel dagegen stärker paarweise und territorial auf. Männchen nutzen dann erhöhte Singwarten, von denen aus ihr charakteristischer Gesang weit über die offene Landschaft zu hören sein kann.

Brut der Goldammer

Zur Brutzeit besetzt die Goldammer Reviere in strukturreichen offenen und halboffenen Landschaften. Das Nest wird vom Weibchen bodennah oder unmittelbar am Boden angelegt und befindet sich meist gut geschützt in dichter Vegetation, unter Grasbüscheln oder im Bereich niedriger Sträucher.

Das Weibchen übernimmt den größten Teil des Nestbaus und der Bebrütung. Nach dem Schlupf werden die Jungvögel von beiden Eltern mit Nahrung versorgt. Kleine Wirbellose spielen in dieser Phase eine besonders wichtige Rolle.

Gerade weil sich die Nester versteckt und häufig sehr bodennah befinden, sollte während der Brutzeit besonders auf ausreichend Abstand geachtet werden. Entscheidend ist, dass das natürliche Verhalten der Vögel durch die Fotografie nicht beeinflusst wird.

Goldammer fotografieren

Goldammern können beim Fotografieren überraschend schnell sein. Besonders während der Nahrungssuche wechseln sie zwischen kurzen Ruhephasen und schnellen Bewegungen. Eine ausreichend kurze Verschlusszeit und eine zuverlässige Augenerkennung helfen dabei, auch kleine Bewegungen von Kopf und Körper scharf einzufangen.

Wenn ein Vogel gerade Samen frisst, lohnt es sich manchmal, nicht sofort auszulösen. Ich warte gerne auf den kurzen Moment zwischen zwei Fressphasen, in dem die Goldammer den Kopf hebt und aufmerksam ihre Umgebung beobachtet. Häufig entsteht genau dann eine schönere Körperhaltung und der Schnabel ist frei von Nahrungsresten.

Goldammer auf einem flechtenbewachsenen Ast

Auch die Perspektive spielt eine wichtige Rolle. Sitzt eine Goldammer auf einem niedrigen Stein oder Ast, versuche ich möglichst auf eine ähnliche Höhe zu kommen. Dadurch wirkt der Hintergrund ruhiger und der Vogel wird stärker von seiner Umgebung getrennt. Gleichzeitig kann es interessant sein, bewusst etwas mehr Landschaft im Bild zu lassen.

Schönes Licht bringt besonders die gelben und warmen braunen Gefiederpartien zur Geltung. Etwas Licht im Auge kann zusätzlich dafür sorgen, dass der Blick lebendiger wirkt. Trotzdem sollte die Belichtung so gewählt werden, dass in den hellen gelben Gefiederpartien weiterhin Zeichnung erhalten bleibt.

Weitere Singvögel in Spanien fotografieren

Neben der Goldammer bieten die offenen Landschaften und Bergregionen Spaniens Lebensraum für zahlreiche weitere Singvögel. Dazu gehören beispielsweise der Gartenrotschwanz, der Steinschmätzer, das Schwarzkehlchen und der Bergpieper. Je nach Höhenlage, Landschaft und Jahreszeit lassen sich dabei sehr unterschiedliche Arten beobachten und fotografieren.

Weitere bereits fotografierte Vogelarten findest du in meiner Artenübersicht.

Die ersten Zeichen des Frühlings

Mit dem beginnenden Frühjahr verändert sich auch die Vogelwelt. Viele Arten werden wieder deutlich aktiver, Reviere werden besetzt und der Gesang ist zunehmend in der Landschaft zu hören. Auch die Goldammer gehört zu den Vögeln, die mit ihrem Gesang und dem kräftiger hervortretenden gelben Gefieder gut in diese Jahreszeit passen.

Mehr über den Übergang vom Winter zum Frühjahr und die Veränderungen in der Natur findest du in meinem Beitrag Die ersten Zeichen des Frühlings in Spanien; Vogelzug, Licht und neue Aktivität.

Goldammer im Video

Auch in einem meiner Videos ist die Goldammer zu sehen. Dort lassen sich neben der Art selbst weitere Eindrücke aus den Landschaften und Lebensräumen Nordspaniens entdecken.

Goldammer auf einer Fotoreise fotografieren

Die Goldammer gehört zu den Vogelarten, die sich auf einer meiner Fotoreisen in Nordspanien beobachten und fotografieren lassen. Die abwechslungsreichen Landschaften bieten dabei nicht nur Möglichkeiten für die Goldammer, sondern auch für zahlreiche weitere Vogelarten.

Weitere Informationen zu dieser Reise findest du auf der Seite Fotoreise Nordspanien – Bergvögel & Greifvögel.

Vogelfotografie in Spanien

Spanien bietet mit seinen unterschiedlichen Landschaften zahlreiche Möglichkeiten für die Vogelfotografie. Wälder, Bergregionen, offene Kulturlandschaften, Feuchtgebiete und Küsten beherbergen je nach Region und Jahreszeit sehr unterschiedliche Arten.

Einen Überblick über meine angebotenen Reisen findest du unter Fotoreisen in Spanien.

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