Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte Eule Europas und für mich eine der eindrucksvollsten Vogelarten, die man in Spanien beobachten kann. Tagsüber bleibt er häufig verborgen, während seine tiefe Stimme in der Dämmerung und nachts schon aus großer Entfernung zu hören sein kann. Wenn man ihn schließlich entdeckt, wirken vor allem die großen orangefarbenen Augen, die kräftige Gestalt und die auffälligen Federohren beeindruckend.
Eine meiner intensivsten Begegnungen mit einem Uhu hatte ich nachts an einer Wasserstelle in einer trockenen, offenen Landschaft. Der Vogel kam zum Wasser und hielt sich anschließend längere Zeit in der Umgebung auf. Nachdem ich ihn zum ersten Mal bemerkt hatte, konnte ich an der Wasserstelle keine anderen Tiere mehr beobachten. Besonders interessant war für mich, den sonst meist aus größerer Entfernung oder auf einer Warte gesehenen Uhu hier auf Augenhöhe fotografieren zu können.
Der Uhu ist in Spanien über weite Teile der Iberischen Halbinsel verbreitet und kann sehr unterschiedliche Lebensräume besiedeln. Besonders typisch sind abwechslungsreiche Landschaften mit Felsen, Schluchten, felsigen Hängen und offenen Flächen. Auch Wälder, mediterrane Landschaften und halbwüstenartige Gebiete können genutzt werden, während das Innere dichter Wälder und weitgehend strukturarme Steppen in Spanien weniger typisch sind.
Das entspricht auch der Art von Landschaft, in der ich Uhus häufig suche: offene Jagdflächen in Verbindung mit felsigen Hügeln, einzelnen Bäumen oder anderen erhöhten Strukturen. Solche Landschaften bieten sowohl geeignete Ruhe- und Brutplätze als auch offene Bereiche für die nächtliche Jagd.
Der Uhu ist dabei erstaunlich anpassungsfähig. Auch in der Nähe menschlicher Siedlungen und in periurbanen Gebieten kann er vorkommen. Geeignete Brutplätze und ein ausreichendes Nahrungsangebot ermöglichen ihm, auch solche vom Menschen geprägten Landschaften zu nutzen.
In Spanien befinden sich viele Brutplätze in felsigem Gelände. Nischen, Höhlungen und geschützte Vorsprünge in Felswänden bieten geeignete Plätze für die Brut. Der Uhu kann jedoch auch andere Strukturen nutzen. Dazu gehören unter anderem alte Nester anderer Greifvögel in Bäumen, Bereiche am Boden und gelegentlich Gebäude.
Gerade während der Brutzeit ist Abstand besonders wichtig. Einen bekannten Brutplatz würde ich nicht gezielt aus nächster Nähe aufsuchen, um dort bessere Fotos zu bekommen. Für mich ist es wesentlich interessanter, einen Uhu an einem regelmäßig genutzten Ansitz, einer Wasserstelle oder in einem anderen Bereich seines Lebensraums zu fotografieren, ohne sein Verhalten am Brutplatz zu beeinflussen.
Zu den auffälligsten Merkmalen des Uhus gehören die beiden langen Federbüschel auf dem Kopf. Obwohl sie wie Ohren aussehen, haben sie mit den eigentlichen Ohren des Vogels nichts zu tun. Die Ohröffnungen befinden sich seitlich am Kopf und werden vom Gefieder verdeckt.
Warum viele Eulenarten solche Federohren besitzen, lässt sich nicht auf eine einzige sicher belegte Funktion reduzieren. Diskutiert werden unter anderem Tarnung und die Veränderung der Kopfsilhouette, visuelle Kommunikation sowie die Erkennung von Artgenossen. Vergleichende Untersuchungen verschiedener Eulenarten deuten außerdem darauf hin, dass ausgeprägte Federohren besonders mit einer streng nachtaktiven Lebensweise zusammenhängen und bei der Tarnung während der Ruhephase am Tag eine Rolle spielen könnten.
Beim Fotografieren sind diese Federn besonders interessant, weil sich ihr Erscheinungsbild mit der Haltung des Vogels verändert. Bei meinem engen Porträt waren sie deutlich aufgerichtet und bilden zusammen mit den großen Augen eines der charakteristischsten Merkmale des Uhus.
Beim Uhu unterscheiden sich Männchen und Weibchen äußerlich nur wenig. Beide besitzen grundsätzlich die gleiche Gefiederzeichnung und die charakteristischen Federohren. Das Weibchen ist im Durchschnitt jedoch größer und schwerer als das Männchen.
Ohne direkten Vergleich lässt sich das Geschlecht eines einzelnen Uhus anhand eines Fotos deshalb häufig nicht zuverlässig bestimmen. Ein weiterer Unterschied liegt in der Stimme: Das Weibchen ruft etwas höher als das Männchen.
Gerade weil Uhus tagsüber schwer zu entdecken sind, spielt ihre Stimme bei der Beobachtung eine wichtige Rolle. Besonders in der Dämmerung und während der Nacht kann der tiefe Ruf weit durch die Landschaft tragen. Häufig weiß man dadurch bereits, dass sich ein Uhu in einem Gebiet aufhält, lange bevor man ihn tatsächlich sieht.
Bei der Suche achte ich außerdem auf exponierte Strukturen. Einzelne Bäume, äußere Äste, Felsen und andere erhöhte Punkte können als Warten dienen. In der Dämmerung kann zunächst nur eine ungewöhnliche Silhouette auffallen. Manchmal ist es auch eine Bewegung im Geäst, die verrät, dass dort ein größerer Vogel sitzt.
Dabei gehe ich nicht gezielt hinter einem Uhu her. Wesentlich besser ist es, sein Verhalten aus ausreichender Entfernung zu beobachten und einen Platz zu kennen, den er von selbst regelmäßig nutzt.
Der Uhu steht als großer Beutegreifer weit oben im Nahrungsnetz. In Spanien gehört das Wildkaninchen zu seinen besonders wichtigen Beutetieren, sein Nahrungsspektrum ist jedoch ausgesprochen breit. Er erbeutet weitere Säugetiere und zahlreiche Vogelarten und kann selbst andere Greifvögel schlagen.
Diese Vielseitigkeit ermöglicht es ihm, auch dort zu leben, wo Kaninchen weniger häufig vorkommen. Welche Beute dominiert, hängt stark vom jeweiligen Lebensraum und vom verfügbaren Nahrungsangebot ab.
Für die Jagd kombiniert der Uhu leistungsfähiges Sehen und Hören mit einem für seine Größe erstaunlich geräuscharmen Flug. Häufig nutzt er erhöhte Warten, von denen aus er seine Umgebung beobachten und auf Beute reagieren kann.
Der Uhu steht als großer Beutegreifer weit oben im Nahrungsnetz. In Spanien gehört das Wildkaninchen zu seinen besonders wichtigen Beutetieren, sein Nahrungsspektrum ist jedoch ausgesprochen breit. Er erbeutet weitere Säugetiere und zahlreiche Vogelarten und kann selbst andere Greifvögel schlagen.
Diese Vielseitigkeit ermöglicht es ihm, auch dort zu leben, wo Kaninchen weniger häufig vorkommen. Welche Beute dominiert, hängt stark vom jeweiligen Lebensraum und vom verfügbaren Nahrungsangebot ab.
Für die Jagd kombiniert der Uhu leistungsfähiges Sehen und Hören mit einem für seine Größe erstaunlich geräuscharmen Flug. Häufig nutzt er erhöhte Warten, von denen aus er seine Umgebung beobachten und auf Beute reagieren kann.
Aus der Nähe fallen neben den Augen auch die kräftigen Füße des Uhus auf. Wie andere Eulen besitzt er vier Zehen und kann die äußere Zehe nach hinten richten. Zusammen mit den starken Krallen entsteht ein wirkungsvoller Greiffuß, mit dem auch vergleichsweise große Beutetiere festgehalten werden können.
Die Füße und Zehenbereiche sind zudem stark befiedert. Gerade auf nahen Aufnahmen ist dieses Detail wesentlich deutlicher zu erkennen als bei einem Uhu, den man nur als Silhouette auf einer entfernten Warte beobachtet.
An meiner Wasserstelle zeigte sich noch eine andere Seite des Uhus. Statt erhöht auf einer Warte zu sitzen, bewegte er sich dort längere Zeit zu Fuß durch die unmittelbare Umgebung. In der offenen Landschaft konnte ich ihn dabei immer wieder am Boden beobachten.
Besonders interessant war der Moment, in dem er im flachen Wasser stand. Aus der niedrigen Perspektive befand sich die Kamera nahezu auf Augenhöhe mit dem Vogel. Dadurch wirken die großen Augen besonders intensiv und gleichzeitig wird deutlich, wie kräftig der Uhu gebaut ist.
Eine Wasserstelle ist allerdings kein Lebensraum, auf den der Uhu grundsätzlich angewiesen wäre. Für mich war sie in dieser Situation vor allem eine seltene fotografische Gelegenheit, den Vogel beim Trinken und aus geringer Höhe zu beobachten.
Beim Trinken verändert sich die sonst häufig aufrechte Haltung des Uhus deutlich. Der Kopf wird zum Wasser abgesenkt und beim anschließenden Anheben können einzelne Tropfen vom Schnabel zurück auf die Wasseroberfläche fallen.
Bei einer meiner Aufnahmen hatte der Uhu in genau diesem Moment die Augen geschlossen. Gleichzeitig lief Wasser vom Schnabel zurück in die Wasserstelle. Für mich ist ein solches Bild mindestens genauso interessant wie ein klassisches Porträt mit direktem Blick, weil es einen kurzen natürlichen Verhaltensmoment zeigt.
Die größte fotografische Herausforderung liegt für mich weniger in der Gefiederfarbe als in der Tageszeit. Der Uhu ist überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv. Entsprechend muss die Kamera häufig mit wesentlich weniger Licht auskommen als bei der Fotografie tagaktiver Greifvögel.
Ich arbeite in solchen Situationen gerne mit einer möglichst offenen Blende und Auto-ISO, wobei ich eine für meine Kamera sinnvolle ISO-Obergrenze festlege. Anschließend passe ich die Verschlusszeit an die jeweilige Situation an. Bei einem ruhig stehenden Uhu kann sie länger sein als bei einem Vogel in Bewegung.
Bei sehr wenig Licht muss dabei immer ein Kompromiss gefunden werden. Eine kurze Verschlusszeit kann den ISO-Wert deutlich erhöhen, während eine zu lange Verschlusszeit das Risiko von Bewegungsunschärfe vergrößert. Im Zweifel nehme ich lieber einen höheren ISO-Wert in Kauf, als eine für die Situation zu lange Verschlusszeit zu wählen.
Bildrauschen lässt sich bei der späteren Bearbeitung heute häufig sehr gut reduzieren. Bewegungsunschärfe kann dagegen kaum nachträglich korrigiert werden. Deshalb achte ich bereits bei der Aufnahme darauf, eine ausreichend kurze Verschlusszeit für das jeweilige Verhalten des Vogels zu wählen und gleichzeitig möglichst viele Details im Gefieder und besonders im Gesicht zu erhalten.
Bei Nachtaufnahmen steht für mich ein möglichst ruhiger und kontrollierter Ablauf im Vordergrund. Künstliches Licht sollte nicht dazu führen, dass ein Uhu verfolgt, dauerhaft angestrahlt oder in seinem natürlichen Verhalten beeinträchtigt wird.
Besonders geeignet sind deshalb Situationen, in denen der Aufnahmeplatz vorbereitet ist und der Vogel den Bereich von selbst aufsucht. So kann die Fotografie aus einer festen Position erfolgen, ohne ihm durch die Landschaft zu folgen. Zeigt ein Vogel eine erkennbare Reaktion auf die Anwesenheit oder Beleuchtung, hat für mich immer die Vermeidung weiterer Störung Vorrang.
Anders als viele Greifvögel, die Spanien nach der Brutzeit verlassen, kann der Uhu hier ganzjährig beobachtet werden. Erwachsene Vögel sind überwiegend standorttreu, während junge Uhus nach dem Verlassen des elterlichen Gebietes auf der Suche nach einem eigenen Revier abwandern.
Das macht bekannte Vorkommen grundsätzlich über längere Zeit interessant. Trotzdem bedeutet ein regelmäßig besetztes Gebiet nicht, dass sich ein Uhu jeden Abend auf derselben Warte zeigen muss. Gerade bei einer nachtaktiven Art bleibt deshalb immer ein großer Teil der Beobachtung unvorhersehbar.
Obwohl der Uhu in Spanien weit verbreitet ist, ist auch ein so mächtiger Beutegreifer verschiedenen menschengemachten Gefahren ausgesetzt. Besonders problematisch sind gefährliche Stromleitungen, an denen Uhus durch Kollision oder Stromschlag sterben können. Auch der Straßenverkehr verursacht Verluste.
Hinzu kommen illegale Verfolgung und Veränderungen in der Landschaft. Gleichzeitig spielt die Verfügbarkeit geeigneter Beute eine wichtige Rolle. In Spanien ist der Uhu vielerorts eng mit dem Vorkommen des Wildkaninchens verbunden, dessen Bestände durch Krankheiten und Veränderungen der Landschaft stark schwanken können.
Gerade bei einem nachtaktiven Vogel wird außerdem deutlich, wie wichtig eine rücksichtsvolle Naturfotografie ist. Ein Foto rechtfertigt für mich weder die Störung eines Brutplatzes noch das wiederholte Verfolgen eines Vogels während seiner nächtlichen Aktivität.
Der Uhu unterscheidet sich fotografisch deutlich von vielen anderen Vögeln, die ich in Spanien beobachte. Oft beginnt die Begegnung nicht mit einem sichtbaren Vogel, sondern mit einem Ruf irgendwo in der Dunkelheit. Erst später erscheint vielleicht eine Silhouette auf einer Warte oder der Vogel selbst an einer Wasserstelle.
Gerade diese Kombination aus Nachtaktivität, Größe und zurückhaltendem Verhalten macht jede gute Gelegenheit besonders. Wenn dann noch ein Uhu auf Augenhöhe im Wasser steht, lassen sich Details erkennen, die bei einer Beobachtung aus größerer Entfernung schnell verborgen bleiben.
Weitere spanische Eulenarten findest du auf meinen Seiten über den Steinkauz und die Zwergohreule. Auch andere große Beutegreifer Spaniens, beispielsweise der Habichtsadler und der Schlangenadler, stelle ich ausführlich vor.
Der Uhu ist nur eine der vielen Vogelarten, denen man in den unterschiedlichen Landschaften Spaniens begegnen kann. Auf meinen Fotoreisen in Spanien steht nicht nur das einzelne Foto im Mittelpunkt, sondern auch die Möglichkeit, die Tiere in ihrem Lebensraum zu beobachten und unterschiedliche fotografische Situationen kennenzulernen.
Einen umfassenderen Einblick in die Vielfalt der spanischen Vogelwelt findest du außerdem in meinem Blogartikel „Vogelarten in Spanien – ein Paradies für Naturfotografie“. Weitere Arten und ihre Lebensräume findest du in meiner Artenübersicht.
Du möchtest den Uhu und andere Vogelarten in Spanien fotografieren? Dann kannst du mich gerne unverbindlich über das folgende Anfrageformular kontaktieren. Ich freue mich darauf, von dir zu hören und gemeinsam die Möglichkeiten für deine Fotoreise zu besprechen.